Eine Hobbyseite von Jürgen Thoms

Aktualisiert: 03.04.2013 13:25:35

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Gewinner sind immer die Veranstalter

Senioren nehmen  besonders gerne an Tagesfahrten  mit dem Bus teil. Der Wunsch nach Geselligkeit und Abwechslung für wenig Geld steht dabei meist ganz oben. Viele Reiselustige nehmen deshalb in Kauf, dass auch eine Verkaufsveranstaltung auf dem Programm steht. Doch aufgepasst: Hier geht es nicht um eine günstige Tagesfahrt, sondern vor allem ums Geschäft.

Die vielen falschen Versprechungen

Die Veranstalter von Kaffeefahrten locken in Zeitungsinseraten, Hauswurfsendungen und persönlichen Anschreiben mit großen Gewinnen (z.B. Flachbildfernseher, Waschmaschine) und mit  niedrigen Preisen, versprechen den Teilnehmern Geschenke, ein leckeres Mittagessen und natürlich viele Schnäppchen bei der Verkaufsshow.

Die Veranstaltungen   finden meist in abgelegenen Lokalen fern von touristischen Attraktionen statt, damit auch möglichst alle Reisende daran teilnehmen.

Die geschulten Verkäufer bieten dort ihre Waren an und animieren zum Einkaufen. Das Angebot reicht von Decken über Kochtöpfe bis zu Vitaminpillen und Wellnessprodukten. Doch die „Schnäppchen“, die man im normalen Handel nicht erwerben kann, entpuppen sich meist als überteuert. Viele Produkte sind zudem von minderer Qualität oder erweisen sich schlichtweg als nutzlos.

Lassen Sie sich durch Drohungen nicht unter Druck setzen

 “Wir gehen hier erst raus oder es gibt erst Mittagessen, wenn genug bestellt ist." Oder wer mei-nen Vortrag unterbricht oder etwa an der Veranstaltung  nicht  teilnimmt, wird nicht mit dem Bus nach Hause gebracht. Rufen Sie in diesem Fall die Polizei 110.

Das Begleitpersonal der Kaffeefahrten setzt die Reisenden ab einem bestimmten Punkt meist gezielt unter Druck. So werden etwaige Beschwerden über das miserable Mittagessen frech abgebügelt. Es wird gezielt eine Atmosphäre von Angst erzeugt. Die Botschaft: Widerstand ist zwecklos. Suggeriert wird auch das Gefühl des Ausgeliefertseins. Man ist schließlich weit weg von zuhause. Was, wenn man einfach in der Fremde stehen gelassen wird. Und so etwas passiert tatsächlich. Wer hartnäckig auf seine Rechte pocht und sich als Querulant profiliert, wird schon mal auf der Strecke ausgesetzt.

Es kann Sie niemand zwingen, überhaupt an der Werbeveranstaltung teilzunehmen, Sie können auch in der Zeit spazieren gehen.

Manche Vertreter sind besonders gerissen: Sie schleusen Komlizinnen in die Reihen der Käufer ein. Damit der Verkauf in Schwung kommt, sind sie an den Produkten äußerst interessiert, loben deren Preise und die Qualität. So entschließen sich auch andere Teilnehmer zum Kauf.

Wenn Sie doch einen Kaufvertrag unterschreiben, achten Sie unbedingt auf das korrekte Tagesdatum im Vertrag.

Unseriöse Vertreter lassen Bestellungen ohne Datum unterschreiben oder geben ein zurückliegendes Datum an.

Was ist zu tun?
Was ist zu tun?  Sie haben etwas gekauft und merken erst zu Hause, dass die Ware zu teuer war:

Das Haustürwiderrufsgesetz wurde zum 01.01.02 in das BGB §§ 312, 312 a integriert. Danach steht Ihnen ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB zu.

Sie können innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen Kaufverträge von Kaffeefahrten oder ähnlichen Veranstaltungen widerrufen. Am sichersten mit Einschreiben-Rückschein! Es gilt das Datum der Absendung.

Ein Widerruf ist nicht möglich, wenn die Leistung sofort erbracht und bezahlt wurde und der Betrag 40 Euro nicht übersteigt. Wenn Sie also bei einer Kaffeefahrt etwas unter 40 Euro kaufen und die Ware gleich erhalten, gibt es kein Widerrufsrecht.

 
 
Berichte zum Thema Kaffeefahrten
23. August.2011 - Hellweger Anzeiger  „Abzocke vor dem Mittagessen“